Die Geschichte der Rentenversicherung

Geschichte der Rentenversicherung

Die Kämpfe der Arbeiterbewegung in Deutschland führten zur Einführung der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland. Zunächst lediglich als Mittel zur Eindämmung des sozialdemokratischen Einflusses im Volk geplant, entwickelte sich diese Versicherung zu einer der tragenden Säulen des deutschen Sozialstaates.

Seit seiner Verkündung am 17. November 1881 wurde die deutsche Sozialversicherung ständig weiter entwickelt. Die Rentenversicherung sorgt mit ihrem finanziellen Schutz für die Bereitstellung der Altersrente, von Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und von Geldmitteln für medizinische Leistungen zur Gesundheitsprophylaxe.

Die Sozialgesetze von 1889 waren ein Block von Gesetzen, die „Invaliditäts- und Altersversicherung“ der damaligen Jahre war darin eingebunden. Zunächst wurden Altersrenten ab dem 70. Lebensjahr gewährt.

Finanziert wurde in dieser Zeit über feste Beitragssätze, von diesem Beitragssystem wurde erst 1957 abgegangen, dann wurden die lohnbezogenen Beitragssätze eingeführt.

Dazwischen kamen 1911 die Hinterbliebenenrente und 1916 die Absenkung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre.

Der Erste Weltkrieg führte die Rentenversicherung eines immensen Ausgabenanstiegs für Witwen- und Invalidenrenten wegen in eine Krise.

Ab 1933 begann die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Das System der Rentenversicherung wurde beibehalten und um die Krankenversicherung der Rentner und das Lohnabzugsverfahren erweitert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam 1957 die umfassende Reform der Rentenversicherung. Die Rentenhöhe wurde dynamisch an die Entwicklung des Lohnniveaus angeglichen, was zu einem erheblichen Rentenanstieg führte. Finanziert wurde das System ab diesem Zeitpunkt mit prozentualen einkommensbezogenen Beitragssätzen. Diese Beitragssätze wurden in den Folgejahren den Erfordernissen angepasst. 1968 kam das detaillierte Umlageverfahren, das bis heute angewandt wird. Dieses Verfahren generiert aber auch Probleme, da der Versicherungsträger keine nennenswerten Rücklagen bereithalten muss.

So wirken sich der demografische Umbruch in der Altersstruktur der Bevölkerung zu immer höherem Lebensalter und der Rückgang der Geburtenzahlen negativ auf die Kassenlage der Rentenversicherung aus.

1972 wurden verschiedene Zusätze eingeführt, sie beinhalten beispielsweise die Absenkung des Rentenalters für langjährig Versicherte auf 63 Jahre und die freiwillige Versicherung für Selbstständige und Hausfrauen.

Bis 1977 und darüber hinaus bis 2001 verschärfte sich die Kassenlage der Rentenversicherung. 1986 wurde die Gleichstellung von Frau und Mann bei der Zuerkennung der Hinterbliebenenrente Gesetz.

Die nächste Rentenreform brachte 1992 wieder die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre, die Rentenhöhe wurde jetzt auf der Basis der Nettolöhne berechnet.

2001 wurden die staatlich geförderte „Riester-Rente“ eingeführt und die Rentenhöhe weiter abgesenkt.

Das Jahr 2006 brachte die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre auf der Basis eines Stufenplans.

Die verbesserte Kassenlage der deutschen Rentenversicherung führte ganz aktuell zu einer Beitragssenkung.